Die Ostthüringer Zeitung würdigt 30jähriges Unternehmertum in Petersberg

04.06.2016

Die Unfall-Service GmbH Volker Gehrt mit Sitz im Gewerbegebiet „Am Kuhberg“ in Petersberg besteht seit 30 Jahren. Die Zeit sei schnell vergangen, sagte der Firmeninhaber.

Petersberg. Volker Gehrt ist Vollblut-Unternehmer und das schon seit fast genau 30 Jahren. 

Anfang Juni 1986 wagte der heute 57-Jährige den Schritt in die Selbstständigkeit und baute den elterlichen Betrieb in Etzdorf kurzerhand um. Aus dem einstigen Landwirtschaftsgebäude wurde eine Autolackiererei. Mit moderner Technik und einem Mischregal mit dem Farbsortiment der Marke Glasurit konnten schon bald die ersten Fahrzeuge in Auftrag genommen werden. Drei Jahre lang war das Pensum mit einem Mitarbeiter zu schaffen. 

 

Weitere Mitarbeiter werden bald eingestellt

Heute hat Volker Gehrt 40 Angestellte und hat sich längst im Gewerbegebiet Am Kuhberg in Petersberg etabliert. 

Schon bald könnte seine Firma noch ein Stückchen größer werden. Zwar sei eine bauliche Erweiterung am Standort nicht möglich, aber personell werde das Team in naher Zukunft wahrscheinlich um vier bis fünf Mitarbeiter aufgestockt. Hintergrund ist, dass die Mubea Carbo Tech GmbH in Salzburg einen Auftrag von General Motors bekommt, der bei uns im Haus umgesetzt werden soll, sagt Volker Gehrt. Das macht uns sehr stolz, dass wir zu unserem 30-jährigen Bestehen mit einem tollen Team arbeiten und solche hochwertigen Aufgaben qualitätsgerecht erfüllen können. Der Auftrag für eine Produktionsreihe soll über fünf Jahre andauern. 

Damit das Petersberger Unternehmen das Angebot überhaupt annehmen konnte, musste es sich zunächst für das Managementsystem ISO 9001 zertifizieren lassen. Das ist ein Reglement, um für die Industrie Qualitätsstandards zu sichern und um in Serienproduktion gehen zu können. Das hat die Unfall-Service GmbH Volker Gehrt im April dieses Jahres erfolgreich bestanden, gültig ist die Zertifizierung bis 2022. 

 

Immer auf dem aktuellsten Stand sein

Eine der großen Herausforderungen der Firma sei es, mit den enorm schnellen Entwicklungen in der Auto- und Computerindustrie Schritt zu halten. Wir betreuen stets die aktuellen Modelle, welche Hersteller wie Audi, BMW, Skoda und so weiter zu uns bringen. Deshalb müssen wir immer auf dem aktuellen Stand sein was Lack-, Schweiß- und Computertechnik angeht. Wir müssen unsere Mitarbeiter regelmäßig schulen lassen. 

Wie Lackiermeister Heiko Pätz erzählt, der seit 20 Jahren im Unternehmen beschäftigt ist, könnten etwa 50 000 Farbtöne zum Lackieren angemischt werden. Dafür haben wir eine Mischbank mit standardisierten Farben. Mittels einer computergestützten Datenbank von Mischformeln für alle Fahrzeugtypen können je nach Rezeptur die entsprechenden Farbtöne hergestellt werden. Nach wie vor werde am meisten in Schwarz und Silber lackiert, gefolgt von Grau, Weiß und Blau. 

Spezialisiert hat sich die Firma auf die Lackierung von Carbonteilen. Sowohl farbgebende Lackierungen als auch die hochsensible Lackierung in Sichtcarbon komme zum Einsatz. Beim Sichtcarbon werden mehrere Schichten aufgetragen, bis eine derart glatte Oberfläche entsteht, die wirkt, als wäre sie aus Glas, sagt Pätz. Sichtcarbon ist das Produkt in der Autoindustrie, das sich künftig durchsetzen wird, sagt Volker Gehrt. Das Material ist extrem stabil, strapazierfähig und leicht. Ich schätze, dass es in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren Standard sein wird, weil Gewicht und infolgedessen Kraftstoff eingespart werden kann. 

 

30-Jähriges wird firmenintern gefeiert

Das 30-Jährige wollen der Firmenchef und sein Team intern feiern. Die drei Jahrzehnte gingen schnell rum und wir haben in dieser Zeit viel erlebt. Nach den ersten Jahren der Selbstständigkeit hat Gehrt mit der Einführung der D-Mark gleich weiter in den elterlichen Hof investiert. Wir waren die Ersten, die eine Lackierkabine hatten, sagt er. Wurde der Zuspruch der Kunden immer größer, war die ausgebaute Werkstatt in Etzdorf schließlich zu klein, um bestmögliche Arbeitsbedingungen zu haben. So ist 1993 die Entscheidung gefallen, nach Petersberg umzuziehen. Das Gewerbegebiet ist damals neu erschlossen worden. Wir waren zu dieser Zeit mit die erste Firma, die in Petersberg investiert hat. Damals hatten wir schon 14 Mitarbeiter. Drei Jahre später, 1996, setzte Volker Gehrt zusätzlich zur Lackiererei auf den Karosseriebau. 13 weitere Beschäftige konnten damals eingestellt werden. 

Zu dieser Zeit habe sich die Firma auch als Partnerwerkstatt für Versicherungen, Leasingfirmen und Flotten wie beispielsweise Post und Telekom etabliert. Wir konnten damals unheimlich viele Geschäftskontakte knüpfen, die europaweit funktionieren. Weil wir unter anderem über einen wahnsinnigen Erfahrungsschatz im Bereich Sportwagen verfügen, ist die Firma Bugatti auf uns zugekommen. Für sie konnten wir im Prototypenbau Messefahrzeuge lackieren. 

Das Schöne sei, sagt Volker Gehrt, dass sich aus vielen Geschäftskontakten dauerhafte Freundschaften entwickelt haben. Zu unseren Freunden gehören der zweifache Rallyeweltmeister Walter Röhrl und sein langjähriger Co-Pilot Christian Geistdörfer, genauso wie Roland Gumpert, der Gründer der Gumpert Sportwagenmanufaktur in Altenburg. 

Dem Firmengrundsatz zufolge, den Kunden ausschließlich perfekte Arbeit abzuliefern, wollen Volker Gehrt und sein Team auch in den kommenden Jahren nachkommen. 

 

Zum Artikel (OTZ, 04.06.2016)

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