Eine Apollohorde im Bullenland

Spielberg (Austria) – Red Bull Ring

Es waren schon Extreme, die da am Red Bull Ring aufeinander prallten. Auf der einen Seite der wunderschönen Rennstrecke ein springender, gewaltig  gehörnter Bulle, seines Zeichens weltbekanntes Synonym für einen Energydrink aus der silber-blauen Dose und andererseits die muskelbepackten PS-Boliden aus der Edelschmiede Roland Gumpert‘s. Eigentlich ist das keine Spielwiese für Unsereinen. Wäre da nicht das legendäre Flügelmonster namens S1, aus der filigranen KFZ-Künstlerwerkstatt von Volker Gehrt.

Während Roland seinen exquisiten Fahrerkreis um sich scharte und die Leistungsgrenzender aus der Apollo-Manufaktur entsprungenen, reinrassigen Rennflundern ausreizte, wollte Volker das Rennprogramm auf lockern. Wie soll das denn gehen? Ganz einfach: Man nehme eine beflügelte Rallye-Ikone und reihe daneben einen tief geduckten PS-Riesen namens Apollo auf.

Natürlich ein total einseitiges Unterfangen, denn es fehlten ja die ursprünglichen quattro-Attribute, sprich Schotter. Trotzdem breitete sich über der glänzenden Asphaltdecke eine spürbare Spannung aus. Beide rollten zur Startlinie des Red Bull Rings, die grüne Flagge wurde geschwenkt. Dann kam dieser äußerst seltene Moment, der das Blut schlagartig erstarren lässt. Nach den ersten Metern noch gleichauf, setzten jetzt die förmlich aufschreienden Achtzylinder des Altenburger Apollos ein, gemischt mit der Ingolstädter Fünf-Zylinder-Sinfonie. Es lässt sich kaum beschreiben, was in Zehntelsekunden auf den Besucher eintrommelte. Was für ein einmaliges  Erlebnis, ein Sprint zweier beflügelter Giganten.  Für welchen Moment dieses atemberaubenden Zeitraffers sollte man sich eigentlich mehr begeistern?  Für die brachiale Apollo-Gewalt, für einen raketenähnlichen Schub dieses ockerfarbenen PS-Monsters, für die Fünf-Zylinder Orgie des turbobefeuerten S1, für die Gummitatzen, die geckoartig auf der Asphaltdecke klebten. Es war ein kurzer und dennoch sehr lang anhaltender Zustand einer erlebten Vision zweier unterschiedlicher Boliden, die ihre übermächtigen Pferdestärken auf eindrucksvolle Art galoppieren ließen. Der Eine nennt die Rennstrecke sein eigentliches zu Hause, der Andere fühlt sich auf losem Untergrund sau wohl.

Das, was Beide auf den steiermärkischen Asphalt zauberten, stelle ich in meiner gedanklich aufgebauten Audi Ruhmeshalle ganz oben ab.

Danke, Euch Beiden und besonderen BUC-Mitgliedern! Dann auf ein Neues, bei der 7. Quattrolegende.